Fotoarchiv Scheiwiller

Das Sportmuseum Schweiz besitzt eine weltweit bedeutende Sammlung an Sportfotografien. Eine seiner Perlen: das Scheiwiller-Archiv. 17’000 Bilder. Vom grossen Krieg bis in die Eighties: Wankdorf Stadion, Weltklasse Zürich, Tour de Suisse, Olympische Spiele. An der Photo 13 arbeitete das Sportmuseum Schweiz daran: Mit Archivschrank, Lichttisch und Scanner. Im Projekt Im richtigen Moment inszeniert und publiziert das Sportmuseum die Bilder des Sportfotografen im Magazin, im Spiel, an den Hausfassaden.

Die Fotosammlung Scheiwiller umfasst insgesamt 17’000 Einheiten und setzt sich aus 15’000 Fotonegativen auf Film, 500 Glasplattennegativen und etwa 1’800 Fotopositiven zusammen. Die Bilder zeigen herausragende Aufnahmen aus der Geschichte des Schweizer Sports im 20. Jahrhundert. Sie wurden in der «NZZ», im «Tages-Anzeiger», im «Sport», im «Tip» und in mehreren ausländischen Zeitungen veröffentlicht und decken das Sportgeschehen in der Schweiz über mehrere Jahrzehnte ab. Schwerpunkte sind dabei Leichtathletik (Weltklasse Zürich), Fussball (Grasshopper-Club Zürich, Schweizer Nationalmannschaft) und Radsport (Tour de Suisse).

Walter Scheiwiller wurde am 19. Juli 1922 in Oelsnitz (Deutschland) geboren. Von 1939 bis 1942 machte er bei Foto Zumbühl in St. Gallen eine Fotografenlehre und arbeitete von 1942 bis 1945 bei der Fotoagentur Photopress Zürich. Ab 1946 war Scheiwiller als selbständiger Fotoreporter und Sportfotograf unterwegs und baute ein eigenes Fotogeschäft in Zürich auf. Vor allem in den ersten zehn Jahren seiner fotografischen Tätigkeit erwies sich Scheiwiller als Schweizer Pionier der Sportfotografie: Er nutzte seine Kenntnisse als aktiver Leichtathlet und Fussballer – er schaffte es immerhin bis ins Reserveteam des Grasshopper-Club Zürich – um seine Aufnahmen perfekt zu inszenieren.

Scheiwiller hatte als Fotograf in der Schweiz einen hervorragenden Ruf. Es wird erzählt, dass Sportredaktionen ihren Fotografen den Auftrag gaben, bei Sportanlässen darauf zu achten, wo Scheiwiller stand. Sie sollten sich dann bei ihm in der Nähe positionieren, damit ihnen ähnlich gute Bilder gelängen. Wechselte Scheiwiller seine Position an eine andere Stelle, so habe ihn oft ein kleiner Tross an Fotografen verfolgt.

Das Fotoarchiv Walter Scheiwiller umfasst auch eine angekaufte Sammlung von Glasplattennegativen, die vom Fotografen Sepp Schmid (geboren 1896) oder aus dessen Sammlung stammen. Damit erstreckt sich der Zeitraum des Fotoarchivs Scheiwiller von circa 1900 bis 1980. Der Ankauf dieses bedeutenden Fotoarchivs inklusive der Bildrechte ist dem Sportmuseum Schweiz nur möglich, weil die Supporter des Sportmuseum Schweiz einen finanziellen Beitrag leistete.

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